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Heißes Eisen schmieden, Besen binden, Holzkohle erzeugen oder Harz gewinnen und verarbeiten, die Liste von seltenen Handwerkstechniken ist lang. Durch industriell hergestellte Güter wurde ab dem 18. Jh. den Handwerkern ihre wirtschaftliche Grundlage entzogen und traditionelle Handwerkstechniken gingen verloren. Mit der Unterzeichnung des Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes der UNESCO sind diese jedoch in den letzten Jahren verstärkt in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Indem man sie weiter ausübt kann das überlieferte Kulturerbe bewahrt und an jüngere Generationen weitergegeben werden.
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Seit prähistorischer Zeit bis weit in das 19. Jahrhundert waren Holz bzw. Holzkohle die ausschließlichen Energiequellen für das Heizen von Räumen, das Schmelzen von Erzen und deren Weiterverarbeitung wie auch die Salzgewinnung. Holzkohle und Nebenprodukte der Köhlerei wie Kohlpech, Teer und Holzessig wurden auch in anderen Lebensbereichen benötigt, so zum Beispiel in der Medizin.
Das Handwerk des Kohlebrennens war daher sehr wichtig, wenn auch gesellschaftlich wenig geachtet. Das Verkohlen von Holz wurde deshalb durchgeführt, um durch die Umwandlung mittels trockener Destillation möglichst reinen Kohlenstoff mit einem höheren Heizwert zu gewinnen. Dazu ist ein Kohlungsprozess von mehreren Wochen unter Luftabschluss erforderlich. Ursprünglich wurde Holz in Gruben verkohlt.
Später ging man auf die Verkohlung in stehenden oder liegenden Meilern über, wobei bei den Langmeilern zugeschnittenen Stammhölzer, bei den Rundmeilern auch gespaltenes Stammholz oder auch Wurzel-, Stock-, Ast- und Knüppelholz Verwendung finden.
Traditionell hat sich das Köhlergewerbe vor allem in jenen Regionen entwickelt, wo durch die Montanindustrie erhöhter Bedarf an Holzkohle bestand. Mit der Gewinnung mineralischer Kohle und sinkender Transportkosten (durch die Eisenbahn) nahm die Bedeutung der Köhlerei ab. In ganz Österreich gibt es noch ungefähr 15 Köhler, wobei Rohr im Gebirge und Michelbach in Niederösterreich regionale Zentren bilden.
Harzgewinnung an der Schwarzkiefer © Gerald Simon
Die Harzgewinnung aus Nadelbäumen ist seit frühester Urzeit bekannt. Dieser Rohstoff, vom frühen Menschen als Kleb- und Dichtungsstoff zum Bootsbau, zum Schäften von Steinäxten und Einsetzen von Pfeilspitzen etc. geschätzt, spielte in der Neuzeit eine immer größere Rolle in der Industrie. Teilweise wird er noch heute z. B. zur Herstellung von Naturlacken, Seifen, Arzneistoffen, Optikkit, Terpentin und Kolophonium verwendet.
Die Gewinnung des Pechs erfolgt bei Fichte und Kiefer entweder in Form des Sammelns (Scharrharz) oder durch das Anlegen von Lachten. Bei Lärchen wurden die Stämme oberhalb des Wurzelanlaufs angebohrt und dabei das so genannte „venetianische Terpentin“, Lärchenpech oder auch „Lörget“ gewonnen. Diese Methoden waren in allen österreichischen Alpentälern einstmals weit verbreitet.
Die ältesten Nachrichten reichen in Tirol bis in das 12. Jh. zurück. In Niederösterreich hat die Pechgewinnung an der Schwarzkiefer ab dem 14. Jh. wesentlich zur Erhaltung der bäuerlichen Wirtschaften beigetragen, da sie immer wieder über Krisenzeiten und Missernten hinweghalf und damit die Landflucht aufhalten konnte. Fast vom Aussterben bedroht gewinnen dieses traditionelle Handwerk und die erzeugten Produkte ein neues Interesse der Bevölkerung, nicht zuletzt durch die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.