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In einigen Regionen Österreichs finden sich besonders viele, fachlich wertvolle forstkulturellen Inhalte, Objekte und Entwicklungspotentiale. Engagierte Personen – meist engagierte AbsolventInnen des Zertifikatslehrganges Forst + Kultur – bemühen sich, das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Kultur und Wald in der Region und abgestimmt auf die Entwicklungsziele oder Besonderheiten ganz gezielt zu stärken.
Sie finden im Folgenden nähere Informationen zur jeweiligen Region, den Ansprechpartnern, Infos zu aktuellen Projekten die im Rahmen von Veranstaltungen, Workshops, vorgestellt werden, sowie Einladungen zu Arbeitstreffen die dem fachlichen Austausch, dem Netzwerken und der Wissensvermittlung dienen.
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Die Forstwirtschaft hat traditionellerweise in der Region NÖ Süd einen hohen Stellenwert, und bietet viele forstkulturelle Aktivitäten. Die Leitregion umfasst die Bezirke Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen, die zum Teil sehr waldreich sind, aber vor allem eine große historische Bedeutung haben. Dieses Gebiet hat natürlich vorkommende Schwarzkiefern Wälder, aber auch den größten künstlichen Föhrenwald. Diese Baumart war lange Zeit Existenzgrundlage der Bauern durch die Pecherei und zugleich ein florierender Industriezweig.
Der Wald hat lange Zeit den Bauern des Schneeberglandes ihr Überleben gesichert, indem sie das Holz auf ihren Höfen veredelt haben und in der nahen Reichshauptstadt Wien günstig verkaufen konnten. Das Handwerk der Köhlerei und andere Berufe werden im Waldbauernmuseum Gutenstein bewahrt und wieder gelehrt. Gutenstein ist überhaupt als Sitz der Familie Hoyos, der Wallfahrtskirche und dem religiösen Landschaftsgarten Mariahilfberg ein Zentrum der Forstkultur in der Region.
Die historische Landesgrenze zwischen Steiermark und Österreich war lange Zeit die Piesting, die dem Tal auch den Namen gab, welches zahlreiche historische Bauwerke bietet. Die Burg Starhemberg und Wiener Neustadt und Kaiser Maximilian und Maria Theresia sind Zeitzeugen historischer, kultureller und forstlicher Bedeutung. Diese Ostregion der Alpen war mit der nahen Hauptstadt Wien auch ein bedeutender strategischer Bereich und wurde in den Türkenkriegen stark verwüstet.
Hallstätter See © onkelramirez1
App Forstverein © Forstverein für Oberösterreich und Salzburg
Die historisch gewachsene Leitregion “Salzkammergut” liegt im Grenzbereich der drei Bundesländer Steiermark (Ausseerland mit dem Hauptort Bad Aussee, Hinterbergtal ), Oberösterreich (Trauntal vom Hallstättersee bis zum Traunsee mit den Hauptorten Hallstatt, Goisern, Ischl und Gmunden und den angrenzenden Seitentälern Gosautal, Offensee, Langbathseen und der nördlichen Begrenzung des Almtales bis zum Voralpenbereich von Vorchdorf bis zum Attersee) und Salzburg (von Strobl bis St. Wolfgang und St. Gilgen am Wolfgangsee).
Namensgebend sind dabei das salzhaltige Haselgebirge und das “kaiserliche Kammergut”. Entscheidende Faktoren für die Salzproduktion sind jedoch der Waldreichtum an triftbarem “Schwarzholz” (Fichten und Tannen) und der Wasserreichtum für den Transport des Sudholzes zu den Salinen oder des bereits erzeugten Salzes mittels Holzzillen traunabwärts bis Gmunden.
Im Rahmen der Kulturhauptstadt (Bad Ischl) 2024 im Salzkammergut startete der Forstverein Oberösterreich & Salzburg ein Pilotprojekt zur Präsentation der Österreichischen Forstwirtschaft in Europa. Es enstand eine tolle App namens “Wood goes Europe”. Mittels vier Avataren (Nutzung+Holz, Soziales, Ökologie, Schutz&Kultur) werden diverse Sehenswürdigkeiten mit Forst- und Holzbezug auf einer interaktiven Karte dargestellt. Unter dem Avatar “Schutz&Kultur” finden sich auch forstkulturell interessante Orte!
Ein Blick in die App lohnt sich!
Hier kann sie heruntergeladen werden: http://www.forstverein-ooesbg.at/de/menu411/
Natürlich ist sie auch im GooglePlayStore zu finden.
Das Waldviertel (nomen est omen) ist eine Region im nördlichen Niederösterreich und bezieht seinen Namen aus der Bedeutung des Waldes für diesen Landstrich. Zum Ausdruck kommt diese historische, gegenwärtige und sicher auch künftige Bedeutung von Wald & Holz für die Region in vielfältigen Zugängen, die gleichermaßen in ökologischer wie ökonomischer Weise seinen Niederschlag finden.
Durch den Holzreichtum einerseits und den vorhandenen Quarz entstanden zahlreiche Glashütten. Einige dieser Manufakturen haben sich bis heute erhalten und spielen nach wie vor eine wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Selbst die berühmte Waldviertler Uhrenproduktion hat ihren Ausgang im geschickten Umgang der Waldviertler mit dem Werkstoff Holz. Durch die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft in der Region sind hier außerdem beispielgebende Unternehmen entstanden, die sich in allen Größenverhältnissen vom europaweit führenden Holzverarbeiter bis zur Einmann-Drechslerei erstrecken.
Auch die Wissenschaft hat sich im Waldviertel mit Langzeit-Versuchsflächen etabliert und die Waldviertler Stifte und Klöster, die alle große Waldbesitzer sind, bilden die spirituellen Schaltstellen der Region, die auch mit forstkulturellen Kulturdenkmälern regelrecht übersät ist. Die aktuellen Tourismusverantwortlichen wiederum setzen zunehmend auf die Gesundheitswirkung des Waldes, zumal hier auch große Kuranstalten wie Harbach, Groß Gerungs, Bad Großpertholz, Bad Traunstein und Ottenschlag beheimatet sind.
Der neue Regionsslogan „Waldviertel. Aus besonderem Holz geschnitzt“ betont die Bedeutung von Wald & Holz zusätzlich. Das LE-Projekt „WALD:Viertel erleben“ unterstützt diese Bestrebungen und Zielsetzungen auf allen Ebenen.
Kulturlandschaft © Leohard_Niederwimmer
Weinviertel © johnlodis
Diese Region im Osten Österreichs, die mit dem Nö. Weinviertel, dem Marchfeld oder dem Wr. Becken eine der ältesten Kulturregionen Mitteleuropas umspannt, weißt nicht nur eine spannende, äusserst komplexe historische Entwicklung auf, sondern enthält zahlreiche forst-/agrar-/umwelthistorische Juwelen – mit den entsprechenden Entwicklungspotentialen: u.a. eine beeindruckende Holzartenfülle, eine umfangreiche spannende Nutzungsgeschichte mit bis heute praktizierten, besonderen Bewirtschaftungsformen (Niederwald, Mittelwald, Auwälder entlang March, Thaya, Donau), neben ehem. Herrschaftswäldern, gemeinschaftliche ungeteilten Besitzformen, etc.
Die Europa seit prähistorischer Zeit prägende Donauachse brachte Menschen, Ideen und kulturelle Impulse sowohl aus dem europäischen Westen und Norden, als auch aus dem Asiatischen und dem Mittelmeerraum in das Gebiet.
Es gibt in der Region zahlreiche Akteure, Projekte, Örtlichkeiten und Veranstaltungen die sich mit Engagement um forstkultureller Themen kümmern und die sie hier mit einem “Klick” erreichen können.
Alle Orte in der Kategorie “REGIONEN”
Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.