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Religion prägt die Landschaft durch Kultur und Lebensstil. Religiöse Strukturen – wie Gotteshäuser, Pilgerwege und andere heilige Stätten – dominieren viele Landschaften. Doch daneben kann auch ein Garten als spezifisch gestaltete «Landschaft» ein religiöser Raum sein. Er macht Weltbilder spür- und erlebbar und ist meist multisensorisch angelegt.
Einerseits können entsprechend angelegte Gärten die meditative Kontemplation fördern oder durch harmonische Gestaltung eine Transzendenzerfahrung zu ermöglichen. Andererseits vermitteln Gärten im religiösen Kontext häufig auch ein bestimmtes Weltbild, das seinerseits mit entsprechenden Normen und Werten verbunden wird.
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Das Wort Wallfahrt kommt vom deutschen Wort „wallen“, und bedeutet in eine bestimmt Richtung ziehen, fahren, unterwegs sein. Es ist die Bezeichnung für eine aus religiösen Motiven unternommene Wanderung bzw. Fahrt an eine besondere geheiligte Stätte.
Die Gründe für eine Wallfahrt können gemeinsame oder persönliche Anliegen sein, wie z. B. die Bitte um Vergebung von Sünden, Hilfe in persönlichen Notlagen, Dank für erfahrene Hilfe, die Heilung von Krankheiten, die Erfüllung eines Wunsches oder ein besonderes Bekenntnis des eigenen Glaubens.
Seitdem die Christenheit nach der Verfolgungszeit sich zu ihrem Glauben öffentlich bekennen durfte, zeigte sie das Bedürfnis zur Wallfahrt. Überall auf der Welt gibt es Wallfahrtsorte und Gebetsstätten, bekanntere und unbekanntere, solche von nationaler Bedeutung und solche, welche nur regional bekannt sind.
Viele bedeutende Kirchen mit all ihrem Umfeld sind als Ziele von Wallfahrten entstanden. Auf dem Weg dorthin finden wir Gasthöfe, kleinere Kapellen und Bildstöcke, Brücken und Wege, die ein Netz innerhalb der Kulturlandschaft bilden und Zeugnis geben für ein oftmals Jahrhunderte altes Erbe. Eingebettet in die Landschaft bilden die Wallfahrtsorte meist den malerischen Höhepunkt im Spannungsfeld von Natur und Kultur.
Brunnen Vierung Kreuzgang © Sr. Maria-Magdalena R. SMCB
Gärten sollen Empfindungen wecken, Emotionen hervorrufen, Erinnerungen wachhalten – alle Sinne der Besucher sollen angesprochen werden, nicht nur das Auge. Die im 18. Jahrhundert entstandene Idee des Englischen Landschaftsgartens basiert auf der von Jean-Jaques Rousseau geprägten Lebensphilosophie der Aufklärung, die die Verbindung des Menschen mit der Natur vorsah. Viele Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts vereinten an einem Ort historisierende Staffagebauten aller Länder und Zeiten ein enzyklopädisches Konzept, das dem Spaziergänger in individualisierter Wahrnehmung eine Zeitreise anbot.
Gärten sind auch religiöse Räume. Je nach Gestaltung dienen sie als Ort der Einkehr, der Transzendenzerfahrung oder führen die Ordnung der Welt vor Augen. Auch als Ort der religiösen Wissensvermittlung und des Austauschs können Gärten dienen. Die Begehbarkeit eines Gartens ermöglicht es, komplexe theologische Konzepte auf emotionaler Ebene wirksam zu machen.
So lassen sich etwa am stetigen Werden und Vergehen Jenseitsvorstellungen illustrieren. Die Szenerien erlauben Aussichten, lenken den Ausblick mittels Sichtachsen. Aber nicht nur der Mensch inszeniert, sondern auch die Natur selbst, beispielsweise durch Tageszeit und Witterung. Die Szenerien sorgen für Abwechslung, Überraschung und Kontraste. Die Besucher durchwandeln die Szenerien, die gezielt unterschiedliche Emotionen wecken.
Je nach Region und Brauchtum findet man in der Nähe von bäuerlichen Gehöften oder auch mitten in der Landschaft kunstvolle Bildstöcke oder einfache Marterln oder Kreuze. Sie sind in Form und Geschichte einzigartig.
Stehen sie in Hofnähe, laden sie ein zum Gebet um eine glückliche Heimkehr und Danksagung beim Nachhausekommen. Stehen sie in der Flur, erinnern sie an Arbeitsunfälle, Unglücke durch Naturgewalten und beim Transport. Sie sind aber auch Danksagungen bei einer Rettung „von oben“. Bei genauer Betrachtung erzählen sie ganze Geschichten vom harten Lebensalltag, der Arbeitskultur und Volksfrömmigkeit einer Region. Die Kreuze „warten“ auf Vorübergehende und bitten um ein Gebet für den Verstorbenen.
Fast immer sind sie von Bäumen, wie Linden, Ahorn oder Birken, umrahmt. Sie sollen Schatten spenden, wenn jemand dort verweilen möchte. Gelegentlich ranken sich Sagen und Geschichten um diese Stätten der Erinnerung, einige sind heute noch ein Ort der Andacht oder Ziel einer jährlichen Prozession. Manche sind längst in Vergessenheit geraten und versteckt an unübersichtlichen Stellen, umgeworfen und verwittert, viele aber werden bis heute betreut und erfahren wachsende gesellschaftliche Wertschätzung.
Bildstock Maria und Jesus © Didgeman
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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.