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Jagd in Österreich ist gelebte Naturnutzung und hat eine lange Geschichte, Tradition und ist Teil unserer Kultur. Das Handwerk der Nutzung unserer Wildtiere in der Natur hat eine lange Vergangenheit und wurde im Laufe der Geschichte mit verschiedenen Jagdmethoden ausgeübt und ist natürlich Veränderungen unterworfen.
Von der Jagd mit Feuer, Speeren und Fallgruben in der Steinzeit, über das Verfolgen des Wildes mit Pfeil und Bogen, Hunden und Pferden, bis zu den höfischen Treibjagden des Adels mit der Falknerei reicht der weite Bogen der Thematik.
Die Bewirtschaftung der jagdbaren Tiere in Wald und Feld machte auch eine große Zahl an Bauwerken, wie Jagdhöfe, Schlösser, Jagdhütten, jagdliche Tiergärten und Reviereinrichtungen notwendig. Besondere Ereignisse und Persönlichkeiten wurden mit Denkmalen festgehalten und viele Jagdmuseen zeigen heute die Geschichte der Jagd in beeindruckender Dokumentation.
Grundlage der Jagd in Österreich heute ist das Bundesverfassungsgesetz. Nach den Bestimmungen der österreichischen Verfassung ist Jagd “Landessache”. Daher gibt es auch in jedem der 9 Bundesländer ein eigenes Landesjagdgesetz.
In Österreich gibt es ein Reviersystem, das andere Personen als die Inhaber des Jagdausübungsrechtes von jagdlichen Tätigkeiten oder Aneignungen im jeweiligen Jagdrevier (Jagdgebiet) ausschließt. Jagdrecht ist in Österreich untrennbar mit dem Eigentum an Grund und Boden verbunden.
Dieses Jagdausübungsrecht hat der Eigentümer von Grund und Boden nur dann, wenn er die sogenannte “Eigenjagdberechtigung” besitzt. Diese wird ihm in der Regel dann zugesprochen, wenn er einen zusammenhängenden Grundbesitz von mehr als 115 ha (in manchen Bundesländern mehr als 300 ha) an Grundfläche aufweisen kann. Er kann dieses Eigenjagdgebiet selbst bejagen, wenn er eine Jagdkarte besitzt, sonst muss er dieses Jagdgebiet verpachten oder verwalten lassen. Grundstücke, die nicht zu Eigenjagden gehören, werden den sogenannten Genossenschaftsjagdgebieten zugerechnet.
Alle Landesjagdgesetze und Durchführungsverordnungen legen für ihr Bundesland Schuß- und Schonzeiten für die einzelnen Wildarten fest. Wildtiere sind nur jene Tierarten, die in den Landesjagdgesetzen und in den Schuß- und Schonzeitverordnungen genannt werden. Einzelne Bezirksverwaltungsbehörden können auch für Bezirke Schuß- und Schonzeiten nach regionalen Gegebenheiten und Bedürfnissen abändern (verlängern oder verkürzen).
Gewisse Tierarten unterliegen in Österreich der Abschußplanung. Nur über behördliche Bewilligung oder Verfügung ist es zulässig, einen Abschuß solcher Wildtiere vorzunehmen. Im Rahmen der Abschußplanung sind die bewilligten oder verfügten Abschüsse auch tatsächlich durchzuführen. Abschußplanung gibt es bei allen Schalenwildarten (ausgenommen Schwarzwild) und bei den Rauhfußhühnern.
Wer die Jagd in Österreich ausüben will, muss eine Jagdkarte erwerben. Vor dem erstmaligen Erwerb ist die erfolgreiche Ablegung der Jungjägerprüfung notwendig. Ein Jagdgebiet kann von einer Person gepachtet werden. Mehrere Personen können sich zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammenschließen, die den Zweck hat, ein Jagdgebiet zu pachten (Jagdgesellschaft). In Österreich üben auf rund 84.000 km² Fläche etwa 110.000 Jäger flächendeckend die Jagd aus.
Jeder Jagdkarteninhaber ist Mitglied mindestens eines Landesjagdverbandes, die neun Bundesländer-Landesjagdverbände repräsentieren daher 100% der österreichischen Jäger. In der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände sind diese neun Landesjagdverbände zusammengefasst, um gemeinsam überregionale Aufgaben erfüllen zu können.
Es haben sich auch viele private Jagdliche Arbeitsgruppen und Netzwerke gebildet, die Tradition und Kultur der Jagd fördern, wie zum Beispiel die vielen Gruppen der Jagdhornbläser oder Jagdvereine. Ein Beispiel dafür ist der Kinderspielplatz der „Hubertusrunde“ im großen Föhrenwald Wiener Neustadt, ein gelungenes Angebot in einem Waldrevier.
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In den modernen Jagdmuseen werden dem Besucher Natur, Wildtiere und Jagd aus mehreren Jahrhunderten sowie Jagdkultur in allen Facetten nähergebracht. Neben Gemälden, alten Jagdwaffen, und jagdkynologischen Exponaten und den aktuellen Herausforderungen der Jagd, wird auch die Wald-Wild Problematik gezeigt.
Im Schloss Ferlach in Kärnten gibt es das Büchsenmacher – und Jagd Museum und in Schloss Hohenbrunn das Oberösterreichische Jagdmuseum. Zum Universalmuseum Joanneum zählt das Jagdmuseum Schloss Stainz und im Jagdmuseum der Vorarlberger Museumswelt erlebt man Jagdkultur in allen Dimensionen.
(Quelle: www.jagdfakten.at)
Föhrenwald © Schwoaze Pixabay
Der Jagd- und Naturlehrpfad im großen Föhrenwald wurde von der Hubertusrunde Wiener Neustadt errichtet und 2025 von mehr als 180 Kindern besucht. Die Kinder kamen von unterschiedlichen Ferienprogrammen aus Wiener Neustadt und Umgebung.
An 5 Stationen erfuhren sie Wissenswertes über die Aufgaben der Förster, Bienen und Insekten, Wildtierstimmen, Spuren und Fährten, Jagdausrüstung und Jagdhunde.
(Quelle: www.huruwn.at)
Der Tiergarten in Eisenstadt liegt östlich der Stadt, nahe Schützen am Gebirge und erstreckt sich bis Donnerskirchen. Das Jagdgatter wurde nach Vorbild französischer Wildgärten von Fürst Paul II. Anton Esterhazy (1711-1762), im Jahre 1756 errichtet. Das Areal umfasst einen ca. 1200 ha Bereich im Leithagebirge. In dem Gebiet wurden Alleen, Wiesen und Teiche, auch Jagdschlösser und sogar ein Jagdschlösschen , angelegt.
Der Tiergarten wurde mit einer Mauer eingezäunt und prominente Jagdgäste waren Maria Theresia und Kaiser Franz Josef I. Neben der Funktion als Jagdgatter ist dieser jagdliche Tiergarten ein historisch und forstlich wertvolles Kulturgut.
(Quelle: www.meinbezirk.at)
Tiergarten Mauer © KI generiert
Jagdhistorische Bauwerke waren ursprünglich Gebäude und Reviereinrichtungen, die im jagdlichen Gebrauch standen und erst mit zunehmendem Alter interessant für die Öffentlichkeit wurden. Renommierte Beispiele sind riesige Jagdschlösser wie zum Beispiel in Niederweiden oder Mürzsteg, oder Jagdhöfe, wie jener von Hannover, wo die berühmten „Hannoverschen Schweisshunde“ gezüchtet wurden.
Aber auch Jagdhäuser und -hütten, einfache Reviereinrichtungen oder Gedenkkreuze können jagdhistorische Bedeutung haben. Besondere Ereignisse und Persönlichkeiten wurden mit Denkmalen festgehalten wie das Kaiser Jagdstandbild und das Denkmal „der Lauscher” in Bad Ischl.
In der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände sind neun Landesjagdverbände zusammengefasst, sie repräsentieren 100% der österreichischen Jäger, um gemeinsam überregionale Aufgaben erfüllen zu können. Die Hubertusrunde Wiener Neustadt ist als ältester Jagdverein der Stadt Wiener Neustadt der Brauchtumspflege und der Jagdkultur verpflichtet.
Mit den Vorträgen und Diskussionsabenden sollen die Jäger zum angeregten Diskurs über aktuelle jagdethische und kulturelle Entwicklungen eingeladen werden, mit dem gemeinsamen Ziel, die Jagd als Kulturgut und Verantwortung gegenüber der Umwelt in der Stadt und in der Region laufend weiterzuentwickeln.
Die Jagdhornbläser Waldegg sind alle Jäger, drei Damen und vier Herren, und haben sich der Jagdmusik verschrieben.
Jagdhornbläser*innengruppe der BOKU “Gregor Mendel” besteht seit 2009 und vereint Studierende, Lehrende sowie Musikbegeisterte mit Interesse an Jagdmusik. In unterschiedlichen Gruppen werden traditionelle und moderne Stücke auf Fürst-Pless- und Parforcehörnern einstudiert, wobei auch Anfänger:innen willkommen sind und Leihinstrumente zur Verfügung stehen. Neben Proben und Kursen gestaltet die Gruppe regelmäßig Konzerte und Auftritte im Rahmen von BOKU-Veranstaltungen und jagdlichen Festen. https://jhbg-boku.jimdofree.com/
(Jagdhornbläser Waldegg, Quelle: www.huruwn.at)
Alle Orte in der Kategorie “Jagdkultur”
Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.