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Bergbau hat in Österreich eine sehr lange Tradition. Das Land ist reich an Bodenschätzen, die teilweise schon in prähistorischer Zeit, spätestens aber ab der Zeit der Kelten und Römer genutzt wurden. Neben Metallen wie Gold, Silber, Kupfer und Eisen wurden zahlreiche andere Rohstoffe wie z. B. Salz oder Quarz bergmännisch gewonnen und weiter verarbeitet. Vertiefungen im Waldboden, die durch den Einsturz von Schächten und Stollen entstanden sind, Abraumhalden sowie die Überreste von Gebäude geben heute noch Zeugnis dieser ehemaligen Bergbautätigkeit
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An die historische Bedeutung des Salzabbaus erinnern in Österreich die Namen zahlreicher Flüsse, Städte und Landschaften wie Hall, Hallstadt, Hallein, Salzach, Salzburg, Hallstätter See und viele mehr. Bereits seit etwa 7000 Jahren wird hier Salz abgebaut. In Hallstatt geht der Salzabbau bis in die Bronzezeit zurück, er ist somit das älteste heute noch produzierende Salzbergwerk der Welt.
Ursprünglich ist das Salzwasser von selbst aus dem Berg getreten. So kamen die Menschen vermutlich auf die Idee, Salz zu konsumieren. Zunächst haben sie das Salz Untertage im Trockenbau gewonnen. Erst ungefähr im Mittelalter begann der nasse Abbau, also die Gewinnung von Siedesalz, wobei die Salzsole über dem Feuer verdunstete.
Dieser Abbau wurde nach und nach weiterentwickelt bis sich der industrialisierte Abbau von Siedesalz etablierte wie er heute noch durchgeführt wird. Zur Zeit ihrer Hochblüte belieferten die Salzbergwerke auf österreichischem Boden Hallstatt, Hallein, Hall in Tirol, Aussee, Ischl und Ebensee das gesamte südliche Mitteleuropa.
Salz konserviert nicht nur Lebensmittel, sondern gewissermaßen auch die Geschichte selbst: Tausende (prä-)historische archäologische Fundstücke, die sich aufgrund des Salzes erhalten haben, geben uns heute Aufschluss über das Leben und Schaffen der Menschen.
Dazu gehören Werkzeuge zum Abbau, Gebinde zum Transport, Soleleitungen, vor allem aber auch Bringungsanlagen im Wald zum Transport des Holzes wie Riesen, Loipen und Wasserwege.
Steirischer Erzberg © Johann Thomas Weidinger
Kupfer und Eisen waren bereits in prähistorischer Zeit äußerst wichtige Werkstoffe. Die Legierung aus Kupfer und Zinn war seit der Bronzezeit der häufigste Werkstoff für Schmuck, Geräte und Waffen.
Eisen löste schließlich die Bronze für die Produktion von Geräten und Waffen ab. Einen ersten Höhepunkt erreichte sein Abbau vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis 15 v. Chr.) unter den Kelten und Römern, die Eisen für die Herstellung von Waffen und Werkzeugen benötigten. Vom Mittelalter bis in die Mitte des 19. Jahrhundert war die Eisengewinnung in weiten Teilen des Landes verbreitet.
Für den Abbau und die Weiterverarbeitung von Erzen war der Wald die Grundlage, das Holz das wichtigste Betriebsmittel. Der hohe Holz und Holzkohlebedarf der für die Weiterverarbeitung des Erzes notwendigen Hütten- und Hammerwerke führte im Laufe der Neuzeit regional zu einer Verknappung, die sich einerseits in großflächigen Waldnutzungen auswirkte, andererseits zu einer Auslagerung in wald- und wasserreiche Regionen führte.
Ausdifferenziert in die Roheisen-, Rohstahl- und Finalerzeugung, entstanden dadurch spezielle vom Eisen geprägte Regionen, vor allem in der Steiermark, in Kärnten und in Oberösterreich. Die Umstellung von der Holzkohlen- auf die Koksfeuerung führte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Konzentration von Betrieben und nahm den Nutzungsdruck vom Wald.
Quarz und Holz waren die Rohstoffe, aus denen seit dem 13. Jahrhundert in vielen Regionen Österreichs Glas erzeugt wurde. Glasgefäße waren damals begehrte und äußerst selten vorkommende Gegenstände.
Die Produktion fand an Plätzen statt, wo Holz, Wasser, guter Sand und Ton zur Verfügung standen. Holz wurde beim Glasschmelzen in großer Menge benötigt. Nur 3–5 % davon erforderte das Beheizen der Öfen, der verbleibende Rest entfiel auf die Pottaschegewinnung. Je nach Beschaffenheit des Glasgemenges waren etwa 1–3 fm Holz notwendig um 1 kg Glas zu erzeugen.
War der Wald in der Umgebung der Glashütte abgeholzt, zog sie zum nächsten Ort weiter. Oft wurde die zurückgelassene Fläche forthin landwirtschaftlich genutzt.
Ab dem 16. Jh. erfuhr die Glaserzeugung in Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol einen großen Aufschwung. Neben einfachen, für den täglichen Gebrauch bestimmten Hohlglaswaren (Trinkgeschirr, Glasbehälter, Flaschen) wurden nun auch Fensterscheiben, Spiegel und geschliffene Gläser hergestellt.
Der Niedergang der Waldglashütten im 19. Jahrhundert war die Folge von Absatz- und Transportproblemen aber auch von Holzmangel, der nur selten durch die Umstellung auf Steinkohle kompensiert werde konnte.
Rodungsinseln inmitten von Waldgebieten, archäologisches Fundmaterial und Überreste von Glasöfen sind heute noch sichtbare Zeugen der historischen Glaserzeugung in der Landschaft.
Glasblasen © pixabay sabinevanerp
Goldgräberdorf „Alter Pocher“ bei Heiligenblut © Johannes Thomas Weidinger
Es ist sehr wahrscheinlich, dass bereits der prähistorische Mensch in den Hohen Tauern nach Bergschätzen suchte. Später waren es die Kelten und Römer, die das wertvolle Edelmetall abbauten oder aus den Flüssen und Bächen wuschen.
Die wichtigsten Goldlagerstätten die ab der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgebeutet wurden, lagen in den Regionen Mölltal in Kärnten, in Rauris und Gastein in Salzburg. Aber auch in vielen anderen Alpentälern Kärntens (Pöllatal, Gailtal, Gitschtal, Lavanttal), Salzburgs (Murtal) und Tirols (Hainzenberg) wurde nach Gold geschürft.
Spätestens im 19. Jahrhundert aber schlossen die meisten Goldbergwerke, weil sich der Abbau des Goldes durch die Konkurrenz aus Übersee einfach nicht mehr lohnte
Das Erz wurde schon in der Nähe der Abbaureviere zerkleinert und vorwiegend im Winter mittels Sackzügen ins Tal zu den nahebei befindlichen Verhüttungsplätzen gebracht. Für die Erzschmelze in speziellen Öfen waren Holz, bzw. Holzkohle sowie Wasser für das Betreiben der Blasebälge notwendig.
Noch heute sind in der Landschaft die Zeugnisse ehemaliger Bergbautätigkeit erkennbar wie Abraumhalden, Stollenmundlöcher und Grundmauern von Knappenhäusern, Schlackenhalden, die von ehemaligen Goldschmelzanlagen stammen oder alte Wegenetze, die sowohl zur Versorgung der Knappen mit Arbeitsgerät und Nahrung als auch dem Abtransport der Erze zur weiteren Verarbeitung in Tal dienten.
Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts sind die Bäche waldreicher Alpentäler für industrielle Zwecke genutzt worden. Man verwendete die Wasserkraft zum Antrieb der ober- oder unterschlächtigen Wasserräder, die Mahlmühlen oder auch Walkmühlen, sogenannte Lodenstampfen, in Gang setzten.
Ab dem 14. Jahrhundert kamen erstmals wasserbetriebene Sägewerke, die sogenannten Venezianer Gatter, in Verwendung, die einen ganzen Stamm zugleich aufschneiden konnten. Auch die Weiterverarbeitung des Roheisens in Hammerwerken erfolgte unter Zuhilfenahme des Wassers. Meist wurde es mittels Wehrbauten aufgestaut, um durch die dadurch entstandene Fallhöhe die Energieeffizienz zu erhöhen.
Spätestens seit Beginn des 16. Jahrhunderts kamen auch Hadern- und Papiermühlen hinzu, die die Wasserkraft nutzten. Da der Bedarf an Leinenabfällen bald nicht mehr gedeckt werden konnte, suchte man bei der Papiererzeugung Ersatz im Holzschliff.
1853 stellte Wilhelm Hamburger den ersten Holzstoff Österreichs her. Holzschleifereien, in denen Zellstoff für die Papiererzeugung hergestellt wurde, gab es bis ins 20. Jahrhundert über ganz Österreich verstreut. Sie wurden meist zusammen mit Papierfabriken gegründet.
Interessant ist, dass sich viele dieser alten Wehr-Standorte, wenn sie nicht durch Hochwässer zerstört wurden, bis heute erhalten haben: benutzt vielleicht zuerst als Mahlmühle oder Lodenstampfe, später von einem Eisenhammer, darauf folgend von einer Zellulosefabrik, und heute steht an demselben Standort vielleicht ein Kleinkraftwerk.
Wasserbetriebenes Sägewerk © chatgpt
Prähistorischer Bergbau © chatgpt
Die ältesten Untertagebaue stammen aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit, 5./4. Jahrtausend v. Chr.), als Hornstein für die Herstellung von Steingeräten, sogenannten Silices, gewonnen wurde.
Im 2. Jahrtausend v. Chr. erlangte die bergmännische Gewinnung von Kupfererzen zentrale Bedeutung in den Ostalpen, als man entlang der Grauwackenzone Kupfererze, Kupferkies und Fahlerze abbaute. Erst gegen Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. setzte nachweislich in Österreich der Abbau von Eisenerzen ein und wurde von den Kelten und in der Römerzeit intensiv betrieben.
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit war die Eisengewinnung in weiten Teilen des Landes verbreitet. Der Eisenerzbergbau am Steirischen Erzberg wurde schließlich zum größten Eisenproduzenten Österreichs.
Durch den Einsturz von Schächten und Stollen der untertägigen Bergbaue entstanden mehr oder minder große Vertiefungen (Abbaugruben, Mulden oder trichterförmige Vertiefungen) an der Erdoberfläche, die einen Durchmesser von 3 bis 8 m haben können. Diese Pingen oder Röschen sind heute neben den Abbauhalden oft die einzigen Hinweise für einen aufgelassenen Bergbau.
Das geförderte Erz wurde oft in größerer Entfernung von den Bergwerken aufbereitet und weiterverarbeitet (gewaschen, geröstet, verhüttet). Bei Eisen- und Kupfererz erfolgte dies in kleinen Schmelzöfen (Rennöfen) und später in an Bächen liegenden Eisen- und Kupferhütten. An allen Verhüttungsstellen zeigen sich Schlackenhalden. Von den Schmelzöfen sind ober-flächig manchmal gebrannte Lehmbrocken der Ofenwandung zu finden.
Weiterführende Literatur
Günther, W., Eibner, C., Lippert, A., Paar, W., 1993. 5000 Jahre Kupferbergbau Mühlbach am Hochkönig – Bischofshofen“, Hrsg. Gemeinde Mühlbach am Hochkönig, zu beziehen über die Gemeindeämter Mühlbach am Hochkönig und Bischofshofen.
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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.