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Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.
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Im Laufe der Jahrhunderte hat der Mensch unter Nutzung der von der Natur gegebenen Ressourcen wie Gestein, Boden, Klima, Oberflächenrelief, Vegetation und Wasser die Landschaft geformt, die wir heute als Kulturlandschaft bezeichnen. Ohne wissenschaftliche Erkenntnisse wurden die Siedlungen an den günstigsten Standorten angelegt. Die Gehöfte wurden an möglichst geschützten Stellen errichtet und die Verkehrswege den Gegebenheiten des Standorts angepasst.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren die meisten Bauernhöfe selbständige Wirtschaftseinheiten und nur bedingt an die Märkte angebunden. Da sie sich zu einem hohen Grad selbst versorgten, waren befahrbare Verbindungswege im Vergleich zu heute weniger wichtig.
Kleine Wege und Straßen waren eher die Regel. Bäche wurden manuell gerodet, die kleinen Gehölze am Rande der Bäche blieben jedoch unberührt, da sie die Ufer schützen konnten.
Günstige klimatische Bedingungen führten während des Hochmittelalters zur Rodung eines großen Anteils der mitteleuropäischen Waldfläche und zu Dorfgründungen auch auf magerem Boden. Am Ende dieser Warmzeit mussten allerdings die Höfe in ungünstigen Lagen wieder aufgegeben werden. Der Wald kehrte zurück und Steinmauern wurden zu Komponenten der Waldökosysteme. Vielerorts stößt man noch auf die von uralten Obstbäumen umstandenen Ruinen der alten Gehöfte, die entweder noch außerhalb des Waldes liegen oder schon ein Teil des Waldes geworden sind.
Holzhütte © fietzfotos
Holz ist unser ältestes Kulturmaterial. Es war durch Jahrtausende ein wertvoller Rohstoff und hatte bis zu seiner Substitution durch fossile Rohstoffe ab der Mitte des 20. Jahrhunderts eine dominierende Stellung hinsichtlich der Deckung des menschlichen Lebensbedarfs. Denn es bietet seiner Struktur nach die vielfältigsten Möglichkeiten der Bearbeitung.
In vielen Regionen waren die Wohnhäuser aus Holz erbaut und auch mit Brettern gedeckt, ebenso die Wirtschaftsgebäude und viele andere Nebengebäude wie Getreidekästen, Holzhütten, Hausmühlen, Heuschupfen, Badstuben und Alpenhütten.
Der Hausholzbedarf eines jeden Bauernhofe umfasste eine bestimmte Menge Holz in bestimmten Sortimenten, die jährlich für seine Bewirtschaftung unbedingt gebraucht wurde. Zu ihm gehörten ursprünglich folgende Holzsortimente: Brenn- und Lichtholz, Bauholz, Harpfenholz, Wasserleitungsholz, Zaunholz, Zeugholz, Brücken und Uferschutzholz sowie Brenn- und Bauholz für den Hof und die Alpenhütten.
In Zeiten, in denen der Transport kompliziert und auch kostspielig war, hat die bäuerliche Bevölkerung viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge selbst hergestellt und dabei – wenn möglich – das Holz verwendet, das in der unmittelbaren Umgebung heranwuchs.
Wiege, Bett und Sarg, Möbel, alle Gebinde wie Fässer und Bottiche, Rechen und Heugabeln, Kutschen, Schlitten, Obstpressen, Mühlräder und viele andere Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens waren aus Holz gefertigt.
In Österreich geht die Nutzung der Almen auf die Bronzezeit zurück. Heute dehnen sich rund 8.400 Almen auf 20% der Staatsflächen aus und alle Bundesländer außer Burgenland und Wien sind almwirtschaftlich geprägt.
Sie sind in ihrem heutigen Erscheinungsbild jedoch keine Naturlandschaften, sondern über Jahrtausende durch landwirtschaftliche Nutzung geprägte Kulturlandschaften und ein wesentlicher Bestandteil der landwirtschaftlichen Betriebe im Tal. Durch die Produktion hochwertiger Lebensmittel wie Milch, Butter, Käse und Fleisch tragen sie maßgeblich zum Gesamteinkommen des bäuerlichen Betriebs bei. Mit ihren reich strukturierten, artenreichen Blumenwiesen und Landschaftselementen gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen im Alpenraum.
Eine besondere Form stellen die historischen Weidewälder dar. Das sind locker mit Ahorn, Lärche oder Zirbe bestockte Weideflächen, die eine multifunktionelle bäuerliche Nutzungsform darstellen (Weide, Heu Holz) oder auch die Steilmähder.
Diese Wiesen zogen sich aus der unteren Alpenregion an den sonnseitigen Hängen bis zu den Felswänden hinauf, wobei das Heu dieser Wiesen wegen des außerordentlichen Nährwertes als Winterfutter sehr geschätzt war. Viele althergebrachte Bräuche, Rezepte und Traditionen in der bäuerlichen Gesellschaft gehen unmittelbar auf die Almwirtschaft zurück und bereichern den Jahreslauf, der auch immer stärker die nicht bäuerliche Bevölkerung interessiert und anspricht.
Almhütten © Camera-man
Schneiteln ist die Futter- und Streugewinnung durch Abschlagen von Ästen. Die Anfänge gehen im Alpenraum bis in die Bronzezeit zurück. Dazu werden möglichst junge Äste vom lebenden Baum abgeschnitten, um entweder Laub als Futter, das sog. “Laubheu”, oder Nadeln als Einstreu in die Ställe zu erhalten.
Bei den Laubbäumen gibt es unterschiedliche Methoden: Bei der Astschneitelung werden belaubte Zweige abgetrennt, bei der Kopfschneitelung wird durch Beschnitt der Bäume etwa auf Brusthöhe verhindert, dass Weidevieh den jungen Ausschlag verbeißt. Bei der Laubschneitelung wird lediglich das Laub geerntet und als Winterfutter getrocknet. Am besten geeignet sind Baumarten mit großem Ausschlagvermögen wie z.B. Esche, Hainbuche, Ulme, Ahorn, Eiche, Hasel und Birke.
Die Streugewinnung gehörte zu den beschwerlichsten landwirtschaftlichen Arbeiten. Da Stroh meist verfüttert wurde, wurden als Einstreu zur Erzeugung von Düngers Äste von verschiedenen Nadelbaumarten, vorwiegend jedoch Fichte, verwendet. Mit einer speziellen Hacke wurden die Äste von unten beginnend nach oben zu den Stamm entlang bis in die Wipfelregion abgehauen. Diese abgehauenen Äste wurden gesammelt, abtransportiert und vor dem Einstreuen klein gehackt.
Während die Schneitelung von Laubbäumen ökologisch wertvolle Landschaftselemente hinterlassen hat, hat die Schneitelung von Nadelbäumen zu einer verstärkten Disposition gegenüber Schadinsekten geführt.
Das händische „Schroten“ mit der Axt brachte viel Abfall mit sich. Auf der Suche nach Arbeitserleichterung und Holzeinsparung entstanden – von Venezien beeinflusst – bereits ab dem 13. Jh. wasserbetriebene Sägemühlen, die das Schneiden der Baumstämme besorgten. Sie wurden zuerst an der südlichen Grenze Kärntens betrieben und fanden im 14. Jh. eine rasche Verbreitung im ganzen Land, so z. B. in Hall/Tirol 1307, Groppenstein/Kärnten 1333, Sachsenburg/Kärnten 1351, Steiermark 1335.
Die so genannte „Venezianersäge“ oder das „Venezianer Gatter“ bezeichnet eine wasserbetriebene Einblattsäge. Sie wurde ab dem 15. Jh. in weiten Teilen der österreichischen Alpen und des Alpenvorlandes, aber auch in der Schweiz und Slowenien, dort „veneci janka“ genannt, eingeführt und war vereinzelt noch bis in die 1960-er Jahre in Betrieb.
Viele Bauernhöfe hatten ihre eigene Säge, oder sie teilten Besitz und Betrieb mit den nächsten Nachbarn, um das Holz aus dem eigenen Wald bedarfsgerecht schneiden zu können. Die Kraftübertragung vom Wasserrad, meist an der Außenwand des Gebäudes, erfolgte in der Regel mit Wellen, Riemenscheiben und Lederriemen, einer sogenannten „Transmission“. Das Ein- und Ausschalten des Antriebes erfolgte bei den alten Sägen durch Umlenkung der Wasserrinne auf oder neben das Wasserrad. Später setzte sich der mechanische Schaltvorgang mit einer sogenannten Vollscheibe und einer Leerscheibe durch.
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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.