Kunst + Wald

Moderne Kunst im Wald

Wald und Holz sind seit Jahrtausenden – und bis heute – Inspirationsquelle, Material und Aufgabe in allen Kunstzweigen und Ausdrucksformen: Von der bildenden und darstellenden Kunst, Avantgarde, Literatur, Musik, Photo, Film und digitalen Medien, bis hin zu traditioneller und moderner Architektur und LandART bzw. Naturkunst.  

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Bildende Kunst

„Wald“ als bewusst gewähltes Bildthema lässt sich bis weit in die Antike zurückverfolgen. Die abwechslungsreiche Entwicklung führt über die zeichenhafte, christliche Symbolik des Mittelalters über die zunehmend naturnahen Walddarstellungen der Renaissance (Dürer), den Wald als Ort des Glaubens in der Romantik  bis hin zu Abstraktion, Denaturierung oder als Instrument klimapolitischer Auseinandersetzungen in der zeitgenössischen Kunst. 

Wir sehen – er ist kein „harmloses“ Thema sondern immer auch Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse. Jedes Zeitalter und jede Gesellschaft „erfindet“ „seinen Wald“ aufs Neue!

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Weiher im Wald © Albrecht Dürer (British Museum, Inv.-Nr. 5218-167)

Skulpturenpark Albeck Kärnten

Skulpturenpark Albeck © Schloss Albeck

Darstellende Kunst

Die Nutzung des Waldes als Thema in der Darstellenden Kunst, als Bühne, inspirierenden Raum mit ganz besonderer Atmosphäre oder als sorgfältig gewählte Kulisse für Theater oder Tanzperformances – meist mit musikalischer Begleitung – kann zu eindrücklichen Erlebnissen für die ausführenden Künstler und Besucher führen.

 
Einige Veranstaltungsorte in Österreich haben sich erfolgreich darauf fokussiert und damit Impulse für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung aber auch die Wertschöpfung für Betriebe, Tourismus etc. geschaffen. 

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Literatur

Die äußerst komplexe Entwicklung der literarisch-dichterischen Auseinandersetzung mit dem Thema Wald in Mitteleuropa kann hier nur skizziert werden: Vom unpassierbaren oder gar unheimlichen Terrain in Antike und Mittelalter bis zum zentralen Schauplatz der romantischen Dichtung (insbesondere die deutschsprachige Literatur des 19. Jahrhunderts ist „voller Wald“: Eichendorff, Droste, Stifter, Storm oder Rossegger etc.). 

Wald wird hier zum Sinnbild für das Unbewusste, der Sehnsucht nach Einfachheit oder nationaler Identität bis hin zur heutigen – überwiegend kritischen – Methapher für die Gefährdung oder verantwortungsvollen Bewahrung und nachhaltigen Nutzung künftiger Ressourcen.

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Buch auf dem Waldboden © Urheber unbekannt

Frau mit Violine im Wald © Bairyna

Musik

Musik & Wald sind seit prähistorischen Zeiten eng verflochten. Wälder und (Klang-)Hölzer waren und sind weltweit eine unerschöpfliche Quelle für die volks- jagd- oder auch militärmusikalische Praxis, aber auch für die berühmten Komponist/Innen aus Klassik, Romantik und Moderne (u.a. Haydn, Schubert, Mahler, Hindemith etc. etc.) 

Ohne die bis heute unerreichten mechanischen und klanglichen Eigenschaften der im Instrumenten- oder auch Bogenbau verwendeten Hölzer (von den Meisterinstrumenten eines Stradivari bis zum „Brasilholz“) sehe die gesamte Musikgeschichte vollkommen anders aus. 

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Photo und Film

Photographie und Film sind (seit ihrer Erfindung im 19. Jht.) hervorragend geeignet, zum Thema „Wald“ bestimmte Inhalte zu vermitteln, sie in eindrücklichen Bildern darzustellen, eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen oder einfach um im Unterricht (in Schulen, auf Kursen, Tagungen etc.) das notwendige Verständnis für die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt zu schaffen (Dokus, Kurzvideos, Installationen etc.).

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Bauminsel im See © Kafka

Landart Holz Bild03 © Johann Feilacher

LandART + Natur-Kunst

Obwohl beide Kunstrichtungen von menschlichen Eingriffen unberührte oder Kulturlandschaften als Gestaltungsraum, Inspiration oder Hintergrund für ihre Werke nutzen, handelt es sich um gänzliche unterschiedliche Konzepte.

LandART (ab den 60-er Jahren; USA): Minimalistische bis großräumige Eingriffe in die Landschaft, Werke die weder transportabel noch käuflich erwerbbar sein sollen.

Natur-Kunst: Stammt aus der europäischen Ökologiebewegung der 60-/70 er Jahre.
Bleibende oder vergängliche Objekte werden dekorativ, feinfühlig in „Natur“ / Wald / Landschaft gesetzt.

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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski

Kurse

 

In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter.   Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.

Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann

Bäuerliche Waldkultur

 

Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung.  Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.