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Der Wald steht uns in mannigfacher Weise als wertvolle Speisekammer zur Verfügung. Sei es das Vorkommen von Kräutern und Würzpflanzen, der reiche Schatz an Wildgemüsearten, Pilzen und Beeren oder der Segen von Heilkräutern – das alles war historisch vielfach Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung.
Auch Produkte von im Wald lebenden Tieren, wie beispielsweise der Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker oder das Wildbret der Wildtiere stellten und stellen noch heute qualitätsvolle Nahrungs- und Genussmittel dar. Teilweise muss historisches Wissen neu interpretiert werden.
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Die Verwendung von Pflanzen zu unterschiedlichsten Zwecken reicht bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurück, als Pflanzen eine zentrale Rolle in der Ernährung, Heilkunst und im Alltag spielten. Schon in prähistorischen Zeiten sammelten Menschen wildwachsende Pflanzen für ihre Ernährung. Getreidearten wie Weizen und Gerste wurden vor Tausenden von Jahren domestiziert und waren die Grundlage der Landwirtschaft. Ebenso nutzten frühe Kulturen Kräuter und Wurzeln für die Zubereitung von Heilmitteln.
Im Mittelalter wurden viele Pflanzen nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch für magische und religiöse Rituale verwendet. Kräuter wie Salbei, Rosmarin oder Thymian galten als Schutz gegen böse Geister und das Räuchern selbst als Mittel, um mit der guten „Geisterwelt“ oder mit Ahnen in Kontakt kommen zu können.
Mit der Entstehung der modernen Medizin im 19. Jahrhundert begann die systematische Erforschung der Inhalts- und Wirkstoffe von Pflanzen, und viele Arzneimittel, die heute in der Schulmedizin verwendet werden, stammen ursprünglich aus der Pflanzenwelt und bedienen sich ihrer Inhaltsstoffe.
Tasse mit Kräutern © silviarita
Waldkräuter spielen sowohl in der Ernährung als auch in der Volksmedizin eine bedeutende Rolle. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien und bereichern die menschliche Ernährung auf natürliche Weise. Kräuter wie Brennnessel, Gundelrebe oder Bärlauch sind vielseitig einsetzbar – sei es in Salaten, Tees oder als Gewürze in der Küche.
In der Volksmedizin werden Waldkräuter seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Gesundheit genutzt. Viele Kräuter besitzen heilende Eigenschaften, etwa bei der Linderung von Verdauungsbeschwerden, Entzündungen oder Erkältungen. Pflanzen wie Kamille, Johanniskraut oder Schafgarbe finden Anwendung in Tees und Tinkturen und gelten als natürliche Heilmittel, deren Wirkstoffe auch heute noch gerne eingesetzt werden.
Der wertvolle Nutzen von Waldkräutern basiert auf einem tiefen Wissen über die Natur und deren Ressourcen, das über Generationen weitergegeben wurde und bis heute – neu interpretiert – geschätzt wird.
Die Zeidlerei, auch als „Bienenzucht“ im ursprünglichen Sinne bezeichnet, hat in der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt, insbesondere im Mittelalter und in früheren Jahrhunderten. Das ist eine Art der Bienenhaltung, bei der Bienen in hohlen Baumstämmen oder in natürlichen Höhlen gehalten wurden. Diese Tradition war weit verbreitet, bevor moderne Bienenstöcke entwickelt wurden.
Die Bedeutung der Zeidlerei lag nicht nur in der Produktion von Honig und Wachs, sondern auch in der Rolle, die die Bienen für die Landwirtschaft spielten. Als Bestäuber trugen sie entscheidend zur Erhöhung der Erträge von Obst- und Gemüsepflanzen bei. Darüber hinaus hatte das Sammeln von Bienenprodukten wie Wachs auch wirtschaftliche Bedeutung, da Wachs für die Herstellung von Kerzen, Salben und anderen Produkten verwendet wurde – das war in Zeiten strenger Gläubigkeit von herausragender Bedeutung.
Die Zeidlerei hatte zudem eine kulturelle Bedeutung, vor allem in ländlichen Regionen, wo sie eng mit Traditionen und Ritualen verbunden war. In vielen Ländern war das Bienenhalten ein Zeichen von Wohlstand und Wissen um die Natur. Das Handwerk des Zeidlers war hochgeschätzt, und seine Fähigkeiten wurden von Generation zu Generation weitergegeben.
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Waldkultur erLERNEN © Wolfgang Jirikowski
In den Kursangeboten lernen sie auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen „Wald“+„Kultur“ erkennen und verstehen, entwickeln unter Anleitung von erfahrenen Fachleuten eigene Fähigkeiten und Kenntnisse oder ein umsetzbares Projekt und vernetzen sich mit Gleichgesinnten. Ein neuer Blick „auf den Wald“ entsteht. Engagierte KursabsolventInnen vermitteln ihr Wissen an den auf der digitalen Landkarte sichtbaren Orten auch gerne an Interessierte weiter. Sie finden hier Detailinfos zum wichtigsten Weiterbildungsangebot in Österreich, dem Zertifikatslehrgang „Forst + Kultur“ und zu weiteren Kursen an zertifizierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen bzw. zu ganz speziellen Themenbereichen.
Altes Bauernhaus in Salzburg – heute noch in Funktion! © Elisabeth Johann
Spuren der traditionellen bäuerlichen Waldnutzung sind auch heute noch in der Landschaft erhalten und geben Zeugnis von einer nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele der zur Bewirtschaftung des Hofes benötigten Werkzeuge hat die bäuerliche Bevölkerung selbst hergestellt und dabei das Holz der Bäume verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung in großer Vielfalt heranwuchsen. Dazu gehören aber auch die Schnaitelbäume als Zeugnisse ehemaliger Futterlaubgewinnung, alte Lindenbäume im Wald, die auf eine ehemals offenere Landschaft hinweisen oder Haselbüsche entlang von heute kaum noch sichtbaren Wegen.